kunst & kulturelle praxis


Kunst und kultureller Aktivismus sind aus queerer Perspektive Praxisfelder, die nicht nur Wahrnehmungsweisen verändern und neue Wissensformen generieren, sondern auch gesellschaftspolitische Veränderung befördern können. Queere kulturelle Politiken lassen die Trennung von Form und Inhalt bzw. Theorie und Praxis obsolet werden. Diese Politiken beruhen auf der Annahme, dass Repräsentationen nicht ab- oder nachbilden, sondern Bedeutung produzieren und Wirklichkeit konstruieren. Entsprechend gilt es im Hinblick auf Kunst und (audio-)visuelle Kultur zu fragen, unter welchen Umständen sie politisch werden bzw. welche politischen Positionen und Ziele sie transportieren. Gibt es so etwas wie queere Kunst oder queere ästhetische Strategien? Sind Praxen des Queering ästhetische und/oder politische Praxen? In welche dominanten symbolischen oder sozialen Ordnungen greifen sie ein?

Wenn sich Herrschaft in spätmodernen, liberalen Gesellschaften weniger durch Ausschluss und Repression als durch Konsensbildung vollzieht, ist es interessant zu fragen, inwiefern die Bestätigung sozio-ökonomischer Hierarchien und kapitalistischer Prinzipien durch mediale und kulturelle Formen befördert wird. Inwiefern beruhen Normalitätsvorstellungen und Alltagspraxen auf kulturellen Produkten wie Film und Literatur, Nachrichten und Journalismus, Fotografie, Musik und visueller Kunst? Sie alle beeinflussen den Alltagsverstand, seine Normen und Gewohnheiten. Doch unter welchen Umständen reproduzieren und stabilisieren Kunstwerke dominante Machtgefüge nicht nur, sondern widerstehen ihnen oder entfalten subversive Effekte? Gibt es diesbezüglich einen Unterschied zwischen alltäglichen und künstlerischen, zwischen sozialen oder kulturellen Praxen? Wie unterscheiden oder verflechten sie sich? Was bedeutet es, hegemoniale Zustimmung mittels kultureller Praxen aufzubrechen, etwa in einem fiktionalen Raum oder einer utopischen Zeit?

Warum sich überhaupt mit Kunst und (audio-)visueller Kultur befassen? Nicht zuletzt, weil sie eine Bedeutung für die Ausbildung queerer kultureller Politiken haben. Diese beruhen auf der Annahme, dass Repräsentationen nicht ab- oder nachbilden, sondern Bedeutung produzieren und Wirklichkeit konstruieren. Doch unter welchen Umständen wird dies politisch? Inwiefern lassen sich bestimmte Politiken als queer bezeichnen? Gibt es so etwas wie queere Kunst? Und wenn ja, geht sie damit einher, dominante symbolische oder soziale Ordnungen zu queeren? Was könnte es heißen, soziale und politische Auseinandersetzung in ästhetischen Formen oder Praxen zu verorten?

Herrschaft vollzieht sich in spätmodernen, liberalen Gesellschaften weniger durch Ausschluss und Repression als durch Konsensbildung sowie die Bestätigung sozio-ökonomischer Hierarchien und kapitalistischer Prinzipien durch Gewohnheiten und Alltagspraxen. Solche Prozesse der Konsensproduktion bedienen sich kultureller Praxen und Produkte wie Film und Literatur, Nachrichten und Journalismus, Fotografie, Musik, und visueller Kunst, die den Alltagsverstand, seine Normen und Normalitätsvorstellungen beeinflussen.

Doch reproduzieren und stabilisieren Kunstwerke dominante Machtgefüge nicht nur, sie widerstehen ihnen auch oder entfalten subversive Effekte. Gibt es diesbezüglich einen Unterschied zwischen alltäglichen und künstlerischen, zwischen sozialen oder kulturellen Praxen? Wie unterscheiden oder verflechten sie sich? Was bedeutet es, hegemoniale Zustimmung mittels kultureller Praxen aufzubrechen, in einem fiktionalen Raum oder einer utopischen Zeit?

BISHERIGE VERANSTALTUNGEN

Queer Zusammenleben

Queer Cohabitations befasst sich mit trans- und posthumanen Ökologien, der Prekarität queerer Lebensweisen, rassifiziertem Kapitalismus und zunehmendem Autoritarismus, dem Verlust der (Bio-)Diversität und dem Abbau von Demokratie sowie Forderungen nach Klima- und planetarischer Gerechtigkeit befassen. Unter dem Banner von Queer Cohabitations wollen wir „das Unmögliche fordern” – eine Gesellschaftsordnung, in der alle zusammenleben und gedeihen können.

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Nebelmaschinen und koloniale Geister

Vortrag Antke A. Engel, Basel/Schweiz, Mo 27.10.2025, 19:30: Im Austausch mit Glass is my Skin, einer Installation von Pauline Boudry und Renate Lorenz (Cristal Palace/Museo Reina Sofia, Madrid 2022) befasst sich der Vortrag mit queerer Ästhetik: Wie – und warum – erfinden oder genießen wir künstlerische Praxen, die das Begehren nach einfachen Identitäten und binären Oppositionen unterbrechen?

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buchvorstellung queer theorie – queer_pädagogik

Buchvorstellung Mo 07. Juli 2025, 18:00 – 20:00, Campus Berlin der Fernuni Hagen + online: Geschlechtersozialisation und (non-)binäres Körpererleben, Widerstand gegen jegliche Form von Unterdrückung, die Unterscheidung von Queerness, Queering und Transing, die Macht von Sprache und Bildern, Humanimals im Humushaufen und Queerversität als Gerechtigkeitsprinzip. Diese Themen werden in Queer Theorie – Queer_Pädagogik. Eine Einführung (Engel 2024, Beltz Juventa) audiovisuell verhandelt und theoretisch unterfüttert. Den roten Faden bildet ein Verständnis von Queer Theorie als machtsensiblem Differenzdenken und intersektionaler Herrschaftskritik, das das Zusammenspiel von Macht und Begehren untersucht.

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Queerversität in der Kunst

Vortrag Antke A. Engel , online und Uni Trier, Mi 25.06.25 18:00 (Link via: astafrau(at)uni-trier.de). Im Vortrag denken wir anhand von konkretem künstlerischem Material über Dynamiken von Queerness und Queering, über Queerversität als einem ästhetischen Prinzip und über unsere Rolle als Rezipierende von Kunst nach.

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Queer_Pädagogik – Workshops und Vorträge (2025)

Vorträge und Workshops von Drx Antke A. Engel u. a., die theoretisch und praktisch Queer_Pädagogik als kollektives, freundschaftliches, verkörpertes Ver_Lernen in Auseinandersetzung mit komplexen Herrschaftsverhältnissen ausloten und nach Möglichkeiten des Queering von Macht&Begehren suchen.

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Nuanciert zugespitzt. Queer-politisch schreiben für diverse Kontexte

Ob bei der Ankündigung einer Veranstaltung, im Förderantrag, beim Online-Auftritt des Projekts oder für Berichte und Präsentationen – immer wieder stehen wir vor der Herausforderung, kurze, prägnante Texte zu verfassen – und zwar, ohne dabei den Blick für Nuancen zu verlieren. Ist es möglich zu vereinfachen, ohne zu verwässern? Was heißt es, ein Anliegen verständlich […]

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Queer schreiben

Queer schreiben schafft Denkräume für eine Vielfalt der Geschlechter sowie lsbtiaq* Lebensrealitäten. Queer schreiben wird intersektional, wenn Queerness eingebettet wird in die Kritik an Binarität und an Identität als Grenzziehung und Ausschluss. Vor allem aber bedeutet queer schreiben Queering. Und Queering ist ein Prozess, der die Gewalt, die der Normalität innewohnt, unterbricht. Queering ist ein […]

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Schreiben als Vermittlung

Schreibwerkstatt Ob bei der Ankündigung einer Veranstaltung, im Förderantrag, beim Online-Auftritt des Projekts oder im Präsentationskontext – immer wieder stehen wir vor der Herausforderung, kurze, prägnante Texte zu verfassen. Doch oft steht der wissenschaftliche Duktus im Weg, wenn es darum geht, mit Hilfe der Texte mit anderen in Kontakt zu treten und etwas zu vermitteln. […]

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Queering Audibility

11. April 2024, 20:00, Lettrétage, Berlin-Mitte (DE / EN / DGS / mit Dolmetschung). Hörende trifft Taube Performance-Kunst. Eine Kooperation zwischen dem* Tauben Performance Künstler* Eyk Kauly und dem hörenden Sound-Duo HYENAZ (Kate Fischer und Adrienne Teicher). Gemeinsam untersuchen sie mittels Gebärden, Tönen, Performance und Video, was es heißen könnte, die Bedingungen der Hörbarkeit zu queeren.

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