Queere Körper – Trans*ökologien – Antifaschismus

Sonntag 19 Juli 2026, 10:30 – 19:00, pa58

Prinzenallee 58, Hinterhaus, Berlin-Wedding (> barrierearm)

Wie können queering und transing zu Prozessen werden, die Macht und Begehren neu verweben, so dass Trans*-Ökologien befördert und antifaschistische Bewegungen unterstützt werden? Was heißt dies für planetarisches Zusammenleben? Wie stellen wird uns trans-ökologische Verhältnisse vor, in denen queere und tin* Körper und Lebensweisen gedeihen?

Foto mit rosa Schaukelpferd (klein) neben schwarzem Lastenfahrrad (groß) in einem Hinterhof

Copyright: kasu keys

Welche Praxen können wir entwerfen, um in autoritären Zeiten und angesichts offener Faschisierung queere Lebensformen zu stärken? Heute reicht es nicht mehr aus, queere Theorie und Politik als per se anti-faschistisch anzusehen. Es gilt konkret zu fragen, wie Zugriffe auf Geschlecht und Sexualität von Seiten rechter Bewegungen von statten gehen, was daran repressiv, autoritär oder vielleicht sogar faschistisch ist, aber auch, wie rechte Bewegungen mit verführerischen Identitätsangeboten oder Versprechen hantieren. Was lässt sich dem entgegensetzen, ohne defensiv oder antagonistisch zu reagieren?

Wie können wir zudem ernst nehmen, dass liberale und bürgerliche Denkweisen und Bilder von Natur, Menschsein, Gesellschaft und Eigentum ihrerseits mit Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt einhergehen? Wie können wir transökologische Ideen diesen Bildern entgegensetzen?

Mit einem Workshop, einem Panel und einer Diskussion nähern wir uns einen Tag lang auf unterschiedliche Weise diesen Fragen an: Durch subversive Arbeit an Musik, durch eine Verbindung mit lokalen Kämpfen in Kolkata/Indien und durch eine gemeinsame Diskussion zur Initiative „Kein Geschlechtseintrag bei Geburt“.

10:30 – 11:00 Ankommen

11:00 – 13:00 Texte queeren. Trans*ökologien in Chormusik
Workshop (DE) mit kasu keys und ioni music

13:00 – 14:00 LUNCH Potatoes, quark and fresh herbs (veggi & vegan)

14:00 – 16:00 Anticipating Trans-Queer Life in Times of Far-Right Surge
Panel (EN/Bengali) live-streamed from Kolkata, with Sagnique and guests
Join here >>> www.youtube.com/@InstituteofQueerTheory
please note: We will already start at 1:30 Berlin-time!

16:00 – 17:00 T-TIME and informal conversations // Gespräche
(DE/EN/ALL) zu Faschisierung und anti-autoritärem Widerstand weltweit //
on fascistization and anti-authoritarian resistance worldwide

17:00 – 19:00 Kein Geschlechtseintrag ab Geburt
(DE) Präsentation und Diskussion einer Initiative mit Elle, Zoe, Antkek und einem Gastbeitrag (EN) No Sex Entry at Birth von Rafael Baioni aus Brasilien

19:00 – 20:00 Chillen und Abbau

 

Kurzbeschreibungen

Texte queeren – Trans*ökologien in Chormusik
Klassische Chormusik ist voll von patriarchal aufgeladenen Vorstellungen von Natur. In diesem Workshop hören, schreiben und singen wir romantische Chormusik gegen den Strich. Wir schreiben Texte mit transökologischen Ideen um und werden ein queerer Chor!
Nie wieder pflückt ein Knabe gewaltsam eine Rose!
Keine Vorkenntnisse ins Nichts nötig, nur Neugierde.
Workshop mit
kasu keys (KURZBIO)
und
ioni music (KURZBIO)

Anticipating Trans-Queer Life in Times of Far-Right Surge (EN/Bengali) //
Was heißt trans-queer leben in Zeiten des Rechtsrucks in Bengalen und weltweit?
Am Beispiel der Regierungsübernahme der hindu-nationalistischen Partei (RSS-BJP) in Bengalen/Indien im Mai 2026 befasst sich dieses Panel mit den lokalen Herausforderungen für queer und trans* Menschen vor Ort, aber auch dem weiteren Kontext eines weltweiten Aufschwungs rechtsextremer Parteien und Regierungen. Was heißt dies für queer-feministischen und tin* Widerstand? How should the Trans-Queer people of Bengal respond to the Hindu-Nationalist regimes in power in Bengal since May 2026? This panel discussion will dive into the past of the body-politics of Trans-Queer community in Bengal, to anticipate a new future while highlighting the difficulties faced by the queer communities and especially by the Bengali Muslim queer individuals. The Panel will also question any residue of essentialism, which might obstruct the building of queer-subjectivity in the progressive clique.
Panel streamed from Kolkata, organized by
Sagnique Banerjee (KURZBIO)
entwickelt zusammen mit
Tanvir Alim (KURZBIO)
AntkeAntek Engel (KURZBIO)

Kein Geschlechtseintrag ab Geburt
Was wäre, wenn alle Kinder ohne einen staatlich verordneten Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde in die Welt starten würden? Was wäre, wenn alle Kinder Zeit hätten, mit ihren Körpern vertraut zu werden und ein (geschlechtliches?) Selbstverständnis auszubilden? Was wäre, wenn Menschen in der Pubertät oder später selbst entscheiden, ob und wenn ja, mit welchem Geschlechtseintrag sie staatlich registriert werden (und international reisen) wollen?Mit der Initiative „Kein Geschlechtseintrag ab Geburt“ machen wir einen einen konkreten Verbesserungsvorschlag des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG). Wir argumentieren im Sinne des Kinderschutzes, indem wir jedem Kind die Zeit zugestehen, mit seinem Körper vertraut zu werden und ein geschlechtliches Selbstverständnis zu entwickeln. Wir argumentieren im Sinne des allgemeinen Bürger*innenrechts: Dank des SBGG gilt für ALLE: Selbstbestimmung bezüglich einer Festlegung oder Nichtfestlegung eines Geschlechtseintrags.
Das Gedankenexperiment „Kein Geschlechtseintrag ab Geburt“ diskutieren wir anhand von Leitfragen zu den Themen Aufwachsen, gesellschaftliche Öffentlichkeit, Recht, Visionen.
Mit Gastbeitrag (auf Englisch) von Rafael Baioni aus Brasilien mit Gedanken zur psychologischen, ästhetischen und politischen Bedeutung des Geschlechtseintrags bei Geburt.
AntkeAntek Engel (KURZBIO)
Samu/elle Striewski (KURZBIO)
Zoe Luginsland (KURZBIO)
Rafael Baioni (KURZBIO)

> Bios (Langversion DE/EN)

Eine Veranstaltung im Rahmen von Queer Cohabtions – 20 Jahre iQt Institut für Queer Theory,

organisiert von AntkeAntek Engel, kasu keys, Rafael Baioni, Sagnique Banerjee, Samu/elle Striewski