Ein Bericht zum Workshop steht zum Download bereit.
> Bericht (pdf)
> Programm/abstracts/bios (pdf)
Abstracts & Bios:
Nana Adusei-Poku: The Universal Artist as promise and disobedient strategy
Black Cultural production either in the mainstream or in the marginal sphere has always been an important form of resistance and constant attempt of liberation. Since the term post-black has been introduced in the realm of fine arts, with its proposition not to be predominantly concerned with ideas of race and identity I will investigate its inherent proposition of the universal artist as a neoliberal promise. Through a reading of curatorial and artistic examples I will explore the complex political logics in which these artists are presented and the possibility to read post-black as part of a queer of colour critique.
Nana Adusei-Poku holds a master's degree in Media and Communications from Goldsmiths College London. Since 2009 she is a doctoral fellow within the interdisciplinary program ‘Gender as a Category of Knowledge’ at Humboldt University. She was a visiting scholar at Ghana University Legon, London School of Economics and Political Sciences and the Columbia University New York. In her PhD project "Conditions of Existence" she examines contemporary Black artists from the US and Germany in connection to the curatorial concept post-black. As a Teaching- Award (2011)winning lecturer she currently teaches Postcolonial, Queer Theory and Visual Culture at the University of the Arts in Zurich (ZHdK) Media Arts Department.
•
Antje Barten:
Theorie und Praxis von Intersektionalität im behinderungsspezifischen Kontext
In meinem Input möchte ich durch einige Beispiele aus der Arbeit des ak moB, wie der Teilnahme an dem jährlichen 1000-Kreuze-Bündnis, die Herausforderung erläutern, eine behindertenpolitische Position innerhalb einer queerfeminstischen Grundhaltung zu finden und zu vertreten. Zusätzlich möchte ich einige an- und umgesetzte Ideen vorstellen, die Behinderung und Sexualität in einem breiteren Publikum behandeln, und den vielfältigen Zuschreibungen auf behinderte Körper etwas entgegensetzen.
Antje Barten studiert Soziale Arbeit mit den Schwerpunkten Kritische Soziale Arbeit und Disability Studies. Durch verschiedene didaktische oder theatrale Zugänge versucht sie den Dialog über behinderungsspezifische Diskriminierung, Körperpolitiken und Ausgrenzungen immer wieder neu zu führen. Sie ist Mitbegründerin des ak moB, der sich seit 2007 mit Themen rund um Ableism und Behinderung beschäftigt und durch Workshops, Veranstaltungen und Printmedien versucht linke Szenen in Berlin zu bereichern.
•
Zülfukar Çetin: Queer und Migration. »Dort bin ich schwul, hier bin ich Ausländer ...«
In der Welt weißer heterosexueller Männer wird nicht so gern über die eigenen Privilegien nachgedacht. Aber Rassismus und Heteronormativität gehen genau aus dieser „Selbstverständ-lichkeit“ hervor. In diesem Vortrag wird gezeigt, wie sich Mehrfachdiskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare vollziehen.
Zülfukar Çetin hat an der Freien Universität Berlin am Institut für Soziologie promoviert. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Rassismus und Antimuslimischer Rassismus, kritische Migrationsforschung, Homophobie, Heteronormativität und Intersektionalität. Seine Dissertationsarbeit „Homophobie und Islamophobie. Intersektionale Diskriminierungen binationaler schwuler Paare in Berlin“ ist bereits im März 2012 im transcript Verlag erschienen.
•
Urmila Goel: Free Razan - die Fallstricke internationaler Unterstützung
Als die syrische Aktivistin Razan Ghazzawi verhaftet wurde, entstand schnell eine internationale Kampagne, die sich besonders darauf bezog, dass Razan lesbisch sei und einen USamerikanischen Pass habe. Die Fallstricke dieser Unterstützungskampagne werden im Input diskutiert.
Urmila Goel, Kultur- und Sozialanthropologin, Trainerin und Bloggerin arbeitet insbesondere zu Migration, Rassismus und Heteronormativität. Mehr Informationen auf www.urmila.de
•
Henriette Gunkel: Politiken der Sichtbarkeit in Globalen Petitionen Einige Gedanken zu postkolonialer Homophobie, lokalen Interventionen und Queerer Solidarität Online
In den letzten Jahren konnten wir eine deutliche Zunahme an Online Petitionen und Kampagnen verzeichnen, die sich, aus Europa und den USA stammend, gegen Homophobie in verschiedenen afrikanischen Ländern richteten und damit, erstaunlich erfolgreich, eine bestimmt Form von globaler Sichtbarkeit erzielten. In diesem Input geht es mir um eine Reflektion dieser globalen queeren Solidarität online. Ich werde sie in Bezug auf die Politiken der Länder lesen, aus denen sie initiiert werden, und sie mit den Reaktionen afrikanischer Aktivist_innen querlesen. Dabei beziehe ich mich auch auf Texte, die das Konzept der Homophobie von postkolonialer Perspektive theoretisieren, und damit nicht nur den Akt der Gewalt, sondern auch das Verständnis von Homophobie selbst als diskursive Formation verstehen, die wiederum eine eigene Form von Gewalt offen legen.
Henriette Gunkel hat einen PhD in Cultural Studies von der University of East London, UK, und ist Postdoctoral Research Fellow an der Bayreuth International Graduate School of African Studies, University of Bayreuth. Sie ist Autorin des Buches The Cultural Politics of Female Sexuality in South Africa (Routledge, 2010), Mitherausgeberin des Special Issues „Racism in the Closet Interrogating Postcolonial Sexuality. Darkmatter Journal, 3, sowie Mitherausgeberin der Anthologien What Can a Body Do? Praktiken und Figurationen des Körpers in den Kulturwissenschaften (Campus, 2012) und Undutiful Daughters. New Directions in Feminist Thought and Practice (Palgrave MacMillan, im Druck).
•
Anja Michaelsen: Articulations of colliding rights/needs in the intimate sphere of the transnational adoptive family
Currently transnational adoption produces what seem to be kinship relations beyond biologically and heterosexually defined norms of reproduction, at least in the few places where same sex couples are officially acknowledged as adoptive parents. Adoption by gay and lesbian parents can be seen as part of a fight for universal reproductive rights; however David Eng and others have pointed out that transnational adoption can also exacerbate discrimination between different migrant groups and those „left behind“. Critiques of preconditions of transnational adoption appear to collide with liberal rights politics. I will look at autobiographical depictions by transnational adoptees to analyze how this entanglement of homonormative desires and racist practices in the intimate sphere is articulated and if ways of „queering kinship“ can be traced nonetheless.
Anja Michaelsen is a Research Assistant at the Institute of Media Studies, Ruhr-University, Bochum. She holds a PhD in Media Studies. Her dissertation Kippbilder der Familie. Nationale und transnationale Adoption als Medien des Sentimentalen deals with the discoursive formation of adoption through conventions of sentimentality in 20th century Western visual culture. With Astrid Deuber-Mankowsky and Christoph Holzhey she co-edited: Der Einsatz des Lebens. Lebenswissen, Medialisierung, Geschlecht, Berlin: b_books 2009. Since 2007 she co-edits with Astrid Deuber-Mankowsky the online journal culture & gender (www.kulturundgeschlecht.de).
•
Thoralf Mosel:
Ansätze zur Veränderung von Geschlechternormen und Wahrnehmungskategorien
Ich möchte in meinem Input kurz umreißen, wie TrIQ versucht, die Themen Intergeschlechtlichkeit und Transgeschlechtlichkeit gegenüber sexualisierenden Sichtweisen und Fremddefinitionen abzugrenzen, ohne dabei weitere Ausschlüsse zu produzieren. Neben der Darstellung unserer zentralen Forderungen nach Selbstbestimmung und Entpathologisierung wird es um unseren Umgang mit Rassismus, Homophobie, Ableism, Sexismus und Lookism gehen, sowie um Solidarisierungen und Bündnisse gegen verschiedene Diskriminierungsformen.
Thoralf Mosel ist Sozialpädagoge, Mitbegründer und Projektleiter von TrIQ (TransInterQueer e.V.), außerdem bei Queer Leben im Betreuten Einzelwohnen tätig und u.a. in der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) engagiert. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die psychosoziale und fachliche Beratung zu Geschlechtsidentität, Trans- und Intergeschlechtlichkeit, sowie die Koordination von Arbeitskreisen, Gruppen und Bildungsveranstaltungen zu diesen Themen.
•
Letica Sabsay: The emergence of the sexual citizen
In the last decades gendered and sexual “others” have been “included” in citizenship, announcing the formation of new sexual rights-bearing subjects. However, the occidental figure of the sexual right-bearing citizen involves a particular liberal self that has been constituted against a myriad of others marked by cultural, religious and racialised differences. In order to critically consider this “othering” logic, in this brief presentation I aim to open up the discussion on the hegemonic figure of the sexual citizen, focusing on the conception of ‘diversity’ (understood in either pluralist or multiculturalist terms, both at the sexual and at the cultural levels), and of liberal freedom (understood in terms of individual rights).
Leticia Sabsay is a Research Associate at the Oecumene Project ‘Citizenship After Orientalism’, Department of Politics & International Relations, The Open University (UK). She has three authored books: Dilemmas of Antiessentialism in Contemporary Feminist Theory (2007), The Norms of Desire. Sexual Imaginary and Communications (2009), and Sexual Borders. Urban Space, Bodies and Citizenship (2011), all published in Spanish.
•