terminkalender
2010
Internationale Konferenz / International Conference
Desiring Just Economies / Just Economies of DesireBerlin 24.-26. Juni 2010
Die Konferenz fragt danach, wie Begehren aktuelle Ökonomien aufrecht erhält, jedoch auch das Potenzial birgt, neue Formen des Wirtschaftens oder des Verständnisses von Wirtschaft zu inspirieren. Wir schlagen vor, dass Begehren sowohl Zugänge eröffnet, um die sexuellen Dimensionen der Ökonomie als auch die ökonomischen Dimensionen der Sexualität zu untersuchen. In der Annahme, dass Begehren jenseits heteronormativer Prämissen verstanden werden kann, und dass hinter dieser Annahme ein Streben nach Gerechtigkeit (sexual justice) steht, entwickelt sich die Frage: Treffen sich das Anliegen sexueller Gerechtigkeit und das Anliegen ökonomischer Gerechtigkeit, wenn das Begehren die Ökonomie queered? Die Konferenz verfolgt also die dreifache Perspektive, deutlich zu machen, wie Sexualität den Wirtschaftsprozessen eingeschrieben ist, wie Ökonomie sexuelle Verhältnisse bestimmt, und was beides mit Gerechtigkeit zu tun hat bzw. mit Unrechtserfahrungen verbunden ist. Inwiefern bringen gegenwärtige Globalisierungsprozesse (der Produktion, Reproduktion, Konsumtion, Zirkulation und Spekulation) spezifische sexuelle Identitäten und Praktiken hervor, die in unterschiedlicher Weise in Ausbeutungs- Dominanz- und Unterwerfungsprozesse verwickelt sind? Und umgekehrt, wie kann über die Art, wie Sexualität organisiert ist, auf Wirtschaftsprozesse Einfluss genommen werden?
Die Konferenz ist eine Kooperation des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies (Goethe Universität Frankfurt), des Instituts für Queer Theory (Hamburg/Berlin), des Institute for Cultural Inquiry (ICI-Berlin) und SFB 'Kulturen des Performativen' (FU Berlin).
Organisator_innen:
Nikita Dhawan, Antke Engel, Christoph Holzhey, Volker Woltersdorff>CFP
2009
Workshop
The Sexual Politics of Utopia
Wie lassen sich Politiken erfinden, die homonormative Kompromisse, heteronormative Vorannahmen und das Begehren nach einer verlässlichen sozialen und sexuellen Identität umgehen? Wir laden zu einem "kreativen Bastelworkshop" ein, der Zukünfte kreiert, die keine Zukunft versprechen.
Bitte mitbringen: Ideen für “flash utopias”, “missbräuchlich verwendete Zeitmaschinen“ oder “queer politisierte Symptome”. “Flash utopias” sind Fragmente utopischen Denkens, die Vorstellungen queerer Zukunft inspirieren und zu (Gedanken-) Experimenten einladen. “Missbräuchlich verwendete Zeitmaschinen“ sind utopische Transportmittel, die nicht-lineare Formen der Bewegung (durch die Zeit) bewirken. "Queer politische Symptome" sind Zeichen (erfundene, gefundene, leere, unverständliche oder vieldeutige), die (hetero-)normative Werthorizonte und Wertungsinstanzen herausfordern.
Bitte anmelden: mail(at)queer-institut.de
> Programm
Sonntag 17. Mai, 14.00 - 18.00 + Filmprogramm:
Time-Queering Against the Grain: Utopic Visions that Can’t be stopped
A fun-filled program of shorts that is guaranteed to break your pocket watch!
The Island
Trevor Anderson, 2009, Canada, video, color, 5:22 min.The Pool
Sara Jordenö, 2004, Sweden, 16mm, color with sound, 22 min.My Name is Pochsy: An Industrial Film
Karen Hines, 2007, Canada, Super8mm, B&W, 7 min.Family Outing
Mark Bradley, 2001, Canada, 16mm, color, 5:30 min.La Bestia
Girlswholikeporno (Águeda Bañón and María Llopis), 2005, Spain, video, color, 2:16 min.Veranstaltungsort:
WirrWarr, Dieffenbachstr. 36 , 2. Hinterhof,
Berlin-Kreuzberg
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Symposium
Queer Futurities - Today. Utopias and Beyond in Queer Theory
Wie würde eine queere Zukunftsutopie aussehen? Oder sollten Queers, wie Lee Edelman polemisch vorschlägt, sich stattdessen dem Motto “no future” verschreiben. "Queer Futurities, Today" ist ein internationales Symposium, das queere Zukunftsvorstellungen ins Spiel bringt, befragt, kritisiert und neu entwirft mit Bezug auf utopisches Denken oder auch jenseits dessen. Zwei Tage lang wird das Thema in Diskussionen, Vorträgen und Workshops von verschiedenen Seiten beleuchtet: Sind Utopie, Dystopie, Heterotopie viel versprechende Konzepte, um normativen sowie normalisierenden Formen der sozialen Organisation von Geschlecht, Sexualität und Begehren entgegen zu treten? Wie kann queere Politik auf die Domestizierung nicht-normgerechter Geschlechter und Sexualitäten reagieren? Was bedeutet es, Zukunft zu vervielfältigen und teleologische Zukunftsvorstellung in Frage zu stellen, die sich dem Versprechen einer “besseren Welt” verschreiben zumeist, indem sie auf Reproduktion, Familie und Kinder setzen? Sind Phantasie und Imagination bedeutsam, wenn es darum geht rigide binäre Geschlechter- und Begehrensordnungen zu dekonstruieren und queere Zukünfte entstehen zu lassen?
Konferenzsprache: Englisch
Anmeldung ab sofort unter: info(at)finstitut.de
oder Tel: 0049/30/52002 60-10 oder Fax: 0049/30/52002 60-29Montag 18. / Dienstag 19. Mai 2009
im Finnland-Institut in Deutschland, Berlin
Georgenstr. 24 (1. OG), S-Friedrichsstr.Veranstaltet in Kooperation mit SQS Queer Journal,
mit Unterstützung des Finnland-Instituts und des
Institute for Cultural Inquiry (ICI-Berlin).Kontakt: akuliina.saarikoski(at)helsinki.fi
> cfp (pdf) >>> Programm (pdf) >>> abstracts (link)
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vortrag
Lee Edelman (Tufts University, U.S.)
Against Survival: Queerness in a Time that's Out of Joint
Negativity, like the queer, is intolerable, even to those who think themselves queer. Its insistence on non-identity spurs our continuous efforts to positivize what resists all normalization. Though Adorno observed that “society stays alive, not despite its antagonism, but because of it," the queerness of non-identity provokes repeated attempts to redeem it by turning it into something pragmatic and comprehensible, like political action or collective practice. “Against Survival” draws on work by Adorno, Derrida, and Lacan, along with texts by Shakespeare and photographic images by the Los Angeles artist, Larry Johnson, to think queer theory in relation to questions of negativity, futurity, and survival and to assert the radical refusal of queerness to settle for a multiplication of “futurities” or to cohere into any quotidian practices aimed at making its negativity the ground for new forms of communal life or new modes of viability. Queerness, instead, as this talk will suggest, works against survival, even against its own survival, except to the extent that antagonism is how “society stays alive.” In that sense queerness amounts to the rupture that turns hope against itself in order to maintain the radical negativity that no identity could hope to survive.
Montag 18. Mai 2009, 19.00 Uhr
im ICI/Kulturlabor, Christinenstr. 18/19 (Pfefferberg Haus 8).Veranstaltet in Kooperation mit dem Institute for Cultural Inquiry (ICI Berlin)
Sponsor: Buchladen Prinz Eisenherz Berlin
