Conceptual Activism: Engaging Queerly in Conflictual Times
Symposium

Conceptual Activism, 03-2026. Design: ICI Berlin. Photo: Boudry/Lorenz
> Programm zum Download als pdf
11:00 – 11:30: Begrüßung Antke Antek Engel & das Veranstaltungsteam
11:30 – 12:15: Gemeinsame Lektüre von Davina Coopers Artikel zu Conceptual Activism
Wir lesen gemeinsamen Passagen aus Davina Coopers Artikel (engl.). Konzeptueller Aktivismus ist, wie Davina Cooper darlegt, eine Art, neue Vorstellungen zu entwickeln, anders zu imaginieren (imagining otherwise). Hierbei verwirklichen sich Konzepte oder werden verkörpert. Marginalisierte Konzepte in die Praxis umzusetzen, kann Zukunftsvisionen in der Gegenwart vorwegnehmen.
Bitte bringt eine Kopie des Artikels mit (digital oder ausgedruckt). Wir werden Passagen zum Vorlesen vorschlagen, aber ihr könnt gerne eure eigenen Lieblingssätze hervorheben und eure Fragen mitbringen.
Es besteht die Möglichkeit, digital teilzunehmen. Bitte schickt uns eine E-Mail, um einen Link zu erhalten: mail (at) queer-institut.de
12:30 – 14:00 : Workshop I: Navigating Conflictual Consensus: A playful approximation to a conceptually activist term, by Friederike (Fred) Landau-Donnelly, Alexandra Papademetriou, Sifen Wibell
How does conflict move through our bodies, minds, and politics? This workshop embodies a form of conceptual activism by inviting participants to take part in a critical reconfiguration of our relationship with conflict. Through trauma-informed somatic exercises, we will explore tools for navigating conflict and unpack the differences between resource-related conflicts and value-related conflicts using the conceptual tool of the Conflictual Consensus Matrix [CoCoMax], which can inspire activism. The workshop seeks to cultivate both embodied and analytical awareness of different facets of conflict, as well as provide tools for navigating it on multiple levels: personal, community, policy. By addressing systemic injustices through practical tools, we can carve paths forward with solidarity.
15:30 – 17:00: Workshop II: Becoming the Chimera: Trans*Ecology in practice. Rethinking nature, bodies, and metamorphosis, by Asmae Ourkiya
What if transition wasn’t just a human act, but a natural law? From fungi with thousands of sexes to clownfish that change gender for their community’s survival, nature refuses the binary. In TransEcology*, we step into that refusal, exploring how transness is not unnatural but ecological, enmeshed in the same adaptive, hybridized, and ever-transforming metamorphosis that species having been going through since the dawn of time. An embodied workshop, engaging with clay in a practice called The Chimera Exercise.
> For more details see Ourkiya_Becoming the Chimera (pdf).
17:15 – 18:15: Video tour through the exhibition „Desbatismos“ (Debaptisms): Dissident Cartographies and Artistic Practices of Deprogramming“, Co-Curators Fer Nogueira and diasszz in conversation with Rafael Baioni (Portugiesisch und Englisch)
The exhibition challenges homogenous thoughts and experiences to establish connections between the past, present, and a dwelling, even if virtual, for a future. The exhibition creates a space where gender-sexual, neuroatypical/typical, and ethnic/racial multiplicities can continue to transform, and where people can care for their bodies, experiences, and critical pluriversal flows within bio-sociodiverse conceptualizations. Artistic productions open up universes—or rather, deviant pluriverses—and simultaneously transform artistic, academic, and quotidian environments and cohabitations. Conceptual discussions of multiple feminisms and queer theory explore countless possibilities through dissident cartographies and visual poetic experiences.
Evening Discussion
19:15 – 21:00: Open Fish Bowl: Konzeptueller Aktivismus: dekolonial – trans_ökologiisch – queer, mit Aylon Cohen, Gergana Mineva, Yv Nay, Asmae Ourkiya, Rubia Salgado, Alexandra Papademetriou, Ferdiansyah Thajib, Sifen Wibell und dem Publikum (auf Deutsch oder Englisch, aber ohne Übersetzung)
Konzeptueller Aktivismus ist, wie Davina Cooper darlegt, eine Art, neue Vorstellungen zu entwickeln, anders zu imaginieren (imagining otherwise). Hierbei verwirklichen sich Konzepte oder werden verkörpert. Marginalisierte Konzepte in die Praxis umzusetzen, kann Zukunftsvisionen in der Gegenwart vorwegnehmen. In dieser Diskussion werden die geladenen Gäste Konzepte vorstellen – wie Konfluenz, queere Gesten, Transökologie oder konfliktreiche Ästhetik –, die ihre berufliche, aktivistische oder künstlerische Praxis prägen. Diese sollen zum Nachdenken und zum Austausch über konzeptuellen Aktivismus anregen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Queering und Transing sowie darauf, wie diese Ansätze dekoloniale, ökologische und feministische Perspektiven unterstützen und gleichzeitig offen für Konflikte sind.
Die Diskussion ist partizipativ. Die Zuhörer*innen sind eingeladen, sich dem Kreis der Sprecher*innen anzuschließen. Es wird einen ständigen Wechsel zwischen dem inneren, dem mittleren und dem äußeren Stuhlkreis geben, ebenso wie zwischen den Sprachen (Deutsch, Englisch).
Konzepte, die die Gäste mitbringen
„Ich schlage das Konzept der queeren Gesten vor, um darüber nachzudenken, wie körperliche Praktiken wie Umarmen, Händeschütteln oder Sex Bedeutung erzeugen und scheinbar abstrakte politische Ideen hervorbringen können – ein Konzept, das verspricht, eine verkörperte, materielle Ressource zu liefern, um konzeptuellen Aktivismus anzuregen.“ (Aylon Cohen)
„Konfliktuelle Ästhetik versteht künstlerische Praktiken als von Natur aus politisch, wobei ihr radikales Potenzial von Konflikt und Antagonismus abhängt.“ (Alexandra Papademetriou, Sifen Wibell)
„Entlang eines ‚riverbed thirsty for river‘ flossen wir, von das kollektiv, gemeinsam mit vielen anderen im Lauf des Jahres 2025 auf einer imaginativen Suche nach einer poetischen Haltung in der kritischen Erwachsenenbildung als und mit Migrant*innen. Wir durchkreuzten Territorien des Begehrens, der Intersektionalität, der politischen Verhältnisse, der Schwarzen und queeren Feminismen sowie der militanten Erwachsenenbildung. Schließlich mündeten wir in eine Konfluenz, ein Zusammenfließen verschiedener Wissens-, Denk- und Fühlströmungen, um neue Welten, Wege und Flussbetten zu erfinden, zu gestalten und zu beanspruchen.“ (Gergana Mineva, Rubia Salgado)
„Die queere Art des Aushaltens ist eine Lebensweise, die ihre Verflechtung mit Leid anerkennt. Sie ist keine Haltung außerhalb von Gewalt, sondern eine Praxis, die Widersprüche und Brüche als fruchtbare Bedingungen annimmt. Im Hinblick auf den konzeptuellen Aktivismus bewegt sich die queere Art des Aushaltens neben und durch Widersprüche hindurch, anstatt auf deren Auflösung zu setzen, während sie gleichzeitig fragt was anders gemacht werden muss, um Leid und Gewalt zu beseitigen.“ (Ferdiansyah Thajib)
„Mit dem Begriff Trans*ökologie betrachte ich Transsein als ökologisches Gesetz und nicht als menschliche Ausnahme und untersuche, wie die Natur durch ständige Anpassung und Metamorphose das Binäre verweigert. Dies könnte zu Formen des konzeptuellen Aktivismus inspirieren, die den biologischen Essentialismus dekonstruieren und gleichzeitig Transsein als brillanten Ausdruck natürlicher Widerstandsfähigkeit feiern.“ (Asmae Ourkiya)
„Ich schlage den Begriff Trans*formation vor, um Veränderungen in Form, Struktur und Erscheinung vielfältiger (unerwarteter) Dinge zu erfassen, während diese umgestaltet, verändert und auf neue Weise geformt werden. Er bezieht sich auf trans als eine Art des Fühlens, Handelns und Wissens von (verstörenden) Bedeutungen von Geschlecht und Sex, während diese in (un)lebbaren Welten bewohnt werden. Das Sternchen in trans* beabsichtigt eine utopische Wendung in der kolonialen Geschichte und Gegenwart des Begriffs selbst.“ (Yv Nay)
„Ich biete Queerversität (statt Diversität) als sein aktivistisches Konzept an, das nicht-klassifizierende Formen von Differenz wertschätzt, die gewöhnlich der Aufmerksamkeit entgehen oder sogar negiert werden. Queerversität führt die Differenz des Differenten in die Diversität ein.” (Antke A. Engel)
Bios
Aylon Cohen is a Lecturer in Feminist Political Theory in the Department of Politics and International Relations at Oxford University. They are currently writing a queer-feminist history of manhood democracy in England through the dual lens of fraternity and sodomy as political symbols, practices and feelings of equality. Aylon has previously written on topics in Democratic Theory, Affect Studies, Early Modern Political History, Queer-Feminist Theory, and Non-Human Political Theory, which can be found in Political Science and Politics,Modern Intellectual History, Femina Politica: Zeitschrift für Feministische Politikwissenschaft, and Contemporary Political Theory, among others.
diasszz (b. 2003, São José dos Pinhais, Paraná; uses any pronoun) is a student in the ninth semester of Visual Arts program in the Department of Arts at UFPR. They seeks to explore the various possible gender performances. Their special interests include queer theory from an Afrocentric perspective, connections between Afro-diasporic and ancestral art, analyses of pop culture elements, theories on the visuality of post-pornography, and performances of gender and race. diasszz develops related artistic works using the languages of drawing, video, and video performance. In the course „Studies in Visual Poetics 1: Gender Theory and Queer/Cuir/Kuir/Bixa Cartographies,“ diasszz felt the need to delve deeper into Black feminist and decolonial readings. They drew on the work of Lélia Gonzalez and Oyèrónkẹ Oyěwùmí and applied it to the analysis of Black queer experiences. They intends to explore the power of the pornographic image over the viewer’s body, based on the work of Teresa de Lauretis and Paul Preciado. They will investigate post-pornography as the total liberation of the body. They intends to continue their studies focusing on the figure of the Black queer and develop their final thesis project, which will intersect gender, race, and sexuality with African art history and diasporic art. They also intends to continue studying the language of video to pursue further studies in film.
Gergana Mineva und Rubia Salgado sind Lehrende und Koordinierende in das kollektiv: ein Ort der kritischen Erwachsenenbildungsarbeit, des Austausches, des Widerspruchs und der gemeinschaftlichen Gestaltung von migrierten und geflüchteten Frauen* (Linz, Österreich). Hier entstehen Prozesse, Konzepte, Aktionen, Diskussionen, Interventionen, wie z.B. die Konfluenz, die beim Symposium besprochen wird, und der ihr zugrundeliegende Ansatz der poetischen Haltung.
Yv Nay (they/them; er/ihn) ist Professor für Europäische Ethnologie und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Forschungsschwerpunkte sind queere Verwandtschaftsformationen, affektive Strukturen von trans Aktivismus sowie transformative Imaginationen von Bildung. YvNay hat die Monographie „Feeling Family“ (2017) geschrieben, die „The Europa Issue“ von TSQ (2021, 8.2.) mit herausgegeben sowie unter anderem folgende Artikel veröffentlicht: „The Atmosphere of Global Trans* Activism“, TSQ (2019, 6.1.), und „The Affective Life of Trans Studies as a Political Field in Academia and Activism“, SQS (2023, 1-2).
Fer Nogueira (b. 1982, São Paulo, they/she) is an adjunct professor in the Department of Arts at the Federal University of Paraná (UFPR) and holds a PhD from the Academy of Fine Arts Vienna. Their research and curatorial practice operates at the intersection of art, politics, and critical theory, with emphasis on dissident bodies, desire, and resilience. Since 2008, they have been a member of Red Conceptualismos del Sur, contributing to collaborative projects such as Perder la forma humana (Reina Sofía Museum, 2012–2014), and the Getty Foundation-supported Redes Intelectuales (2011–2013). Their individual curatorial work has focused on Brazilian underground movements, trans-feminist video activism, and conceptual art, presented internationally in Buenos Aires, Cali, Rio de Janeiro, Barcelona, and Vienna. For the exhibition Desbatismos (Debaptisms): Dissident Cartographies and Artistic Practices of Deprogramming at the DeArtes UFPR Gallery, their collective curatorial approach investigates how artistic practices can act as sites of performative rupture and re-existence, drawing from collaborative methodologies and the intersection of queer, feminist, and decolonial thought.
Asmae Ourkiya (they/them) is the Founder and Director of The Ecofeminist Institute,
an organisation dedicated to advancing education, training, consultancy, and research that
integrate holistic approaches to address climate change and environmental challenges.
Dr. Ourkiya earned their Ph.D. from Mary Immaculate College, University of Limerick,
where they defended their thesis “Queer Ecofeminism: From Binary Environmental
Endeavours to Postgender Pursuits”, later published by Rowman & Littlefield. They are
currently authoring their second book, Queer Intersectional Ecofeminism: Theories,
Practices, and Future Directions, forthcoming with Springer Nature in late 2026.
Alexandra Papademetriou is an artist, researcher, and designer. Originally from Athens and currently based in Göteborg, her work explores how artistic practices can provide the testing ground for social change. Using shared learning as her method, she aims to facilitate interdisciplinary dialogues and collaborations.
Ferdiansyah Thajib is a social cultural anthropologist at FAU Erlangen-Nürnberg, with research interests in queer worldmaking affects and practices. He is also member of KUNCI Study Forum & Collective in Yogyakarta, Indonesia. Thajib recently published: Enduring Otherwise: Muslim Queer and Trans Worldmaking in Indonesia, NYU Press 2026.
Sifen Wibell is an artist and educator from Sweden working with dialogue-based projects intended for collective production of counter-knowledge, acting as containers for practicing the future. Their practice is grounded in queer, decolonial perspectives, with a particular focus on embodied and somatic experiences.
Conceptual Activism ist Teil der Veranstaltungsreihe Queer Cohabitations (queer zusammenleben), mit der wir 2026 das 20-jährige Jubiläum des iQt feiern.
Organisiert von Sagniquee Banerjee, Antke Antek Engel, Karolina (kasu keys) Heck, Friederike (Fred) Landau-Donnelly, Rafael Baioni, Samu/elle Striewski
in Kooperation mit dem ICI Berlin.
VIELEN DANK an das ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry, dass wir zu Gast sein dürfen!
ICI Berlin, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin (U-Senefelder Platz)
