Queerversität statt Diversität. Neuausrichtung von Antidiskriminierung und Empowerment
Safer Spaces, Queerversität und trans*versale Gerechtigkeit (Antke A. Engel, 24.05.2024)
Geschlechtseintrag im Personenstandsrecht
Das iQt hat sich von Beginn an bezüglich queerer Politiken im Kontext der trans*, inter und nonbinären Bewegungen engagiert. Im Vorfeld des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG, seit 2024) ist in Kooperation mit dem Bündnis Selbstbestimmung Selbst Gemacht (SBSG) ein alternativer Gesetzentwurf entstanden, in den die langjährige Kritik an Pathologisierungsdiskuren, am TSG („Transsexuellengesetz“), an der medizinisch-juristischen Gewalt gegenüber intergeschlechtlichen Menschen sowie der rigiden Zwei-Geschlechter-Ordnung eingeflossen sind. In diesem Zusammenhang sind folgende Beiträge entstanden:
Namenspolitiken des Standesamts Berlin Neukölln (24.07.2024)
Kritisch-solidarische Unterstützung des BVT-Statements für eine TSG-Nachfolgeregelung (28.04.2021)
News zur Neuregelung des Geschlechtseintrags im deutschen Personenstandsgesetz (Juni 2019)
Konflikthafte Komplexität – ein Artikel zur Arbeitsweise des iQt
Konflikte stellen nicht notwendig ein Problem dar, sondern können als Impuls politischer Veränderung verstanden werden. Als Antwort auf den aggressiven Antipluralismus rechtspopulistischer Kräfte entwickelt dieser Artikel ein Modell queerer Konfliktpraxis, die Komplexität wertschätzt und verdeutlicht, dass Heterogenität in einer Weise lebbar ist, die Gewalt und Dominanzverhältnisse abbaut.
Am Beispiel zweier Veranstaltungen des iQt – Institut für Queer Theory in Berlin (Bossing Images 2012 mit Nana Adusei-Poco und Coco Fusco; Unlearning Racialized Intimacies 2015, mit Gail Lewis und Gloria Wekker) werden intersektionale Konflikte im Umgang mit Rassismus thematisiert und dafür plädiert, diese nicht vorschnell zu lösen, sondern zunächst wahrzunehmen und auszuhalten. Theorien, die Konflikte als Machtauseinandersetzungen und Anfechtung von Herrschaftsverhältnissen verstehen, werden genutzt, um queere Politik zu begründen, die konfliktfreudige Räume zwischen Antagonismus und Ambivalenz ausloten.
Antke Engel: Konflikthafte Komplexität – Konflikt als Impuls politischer Veränderung, in: Bargetz, Brigitte / Kreisky, Eva (Hg.): Dauerkämpfe: Feministische Zeitdiagnosen und Strategien, Frankfurt/Main (Campus) 2017: 251-261
