Das globale Netz sollte vielleicht besser „planetarisches Netz“ oder „verwickeltes Erzeugen von Welten“ (entangled worldmaking) oder „Zusammenleben auf und mit der Erde“ (earthly cohabitations) heißen. Das Netz bezeichnet auch im engeren Sinne das, worin das iQt eingewoben ist. Worum es unter dieser Überschrift geht, sind Projekte, die im (beweglichen) Süd-Ost-Nordgefüge ihren Ausgangspunkt nehmen und dessen gewaltvolle Geschichten von Imperialismus, Kolonialismus, rassisiertem Kapitalismus und fortdauernder Kolonialität im Hinblick auf Geschlecht und Sexualität durchdenken. Queerness, Transition und Migration sind in diesem Zusammenhang Prozesse, die vereinfachte Zuordnungen und Gegenüberstellungen, z.B. von Nord und Süd, hetero und homo, cis und trans, kapitalistisch und sozialistisch in Frage stellen. Interessanter scheint es, dass und inwiefern hybride und multikulturelle Herkünfte und Zugehörigkeiten die ausschließenden und normierenden Grenzen zwischen Süd-Ost-Nord-West verwischen. Was heißt es stattdessen in in Grenzregionen (borderlands) zu über-/leben, im Süden innerhalb des Nordens, der anders funktioniert als der Norden innerhalb des Südens, in nonbinären Geschlechtern, mit marginalisierten Begehrensweisen, in Multi- statt Monolingualität?
Desbatismos/Debaptisms (Enttaufen)
Die Ausstellung Desbatismos, kuratiert von Fer Noguiera, diasszz und ísis bravo, zeigt künstlerische Arbeiten und Performances, die aus “Studien zu visueller Poetik“ entstanden sind. Sie ist ergänzt durch ein Programm aus aktivierenden Seminaren und Panel-Diskussionen, das auch Ausläufer nach Berlin entfalten wird.
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