Caring for Conflict

Caring for Conflict geht davon aus, dass es immer und überall Konflikte geben wird. Dies muss nicht unbedingt als Problem angesehen werden. Wir leben in Gesellschaften, die durch vielfältige Differenzen gekennzeichnet sind, z.B. wo Menschen herkommen und wie sie aufwachsen, ihre Alltagspraxen, Überzeugungen und Religionen, Geschlechter- und Klassenunterschiede, unterschiedliche Befähigungen, Meinungen, Interessen und Werte. Dementsprechend brauchen wir nicht auf ein konfliktfreies Miteinander hoffen, sondern benötigen Haltungen und Praxen, die uns erlauben miteinander auszukommen, ohne die Konflikte unter den Teppich zu kehren. Wir schlagen den Begriff Konfliktkulturen vor, um zu fragen, ob feministische Auffassungen von Sorgearbeit oder queere Beziehungsformen Inspirationen für neue Formen des Umgangs mit Konflikten liefern. Wir sind davon überzeugt, dass Menschen über unterschiedliche Erfahrungen mit Konflikten und deren Bearbeitung haben. Können wir voneinander lernen, aus diesen unterschiedlichen Erfahrungen geteilte Praxen werden zu lassen? … Praxen, die Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten, Ausschlüsse und die Gewalt rigider Normen abbauen?

Caring for Conflict ist ein Projekt der kulturellen Bildung für 12-27 Jährige. Es wird in Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendzentren und Organisationen entwickelt und realisiert, von denen einige explizit feministisch, queer und anti-rassistisch arbeiten, und alle mit einer Aufmerksamkeit für komplexen, intersektional verflochte Differenzen, Mehrfachzugehörigkeiten und Machtverhältnisse antreten. Hier geht’s zum Blog.

Caring for Conflict besteht aus verschiedenen Workshop-Formaten (Geheimsprachen – Gemeinsprachen, Kitchen Worlds, Night Sweats und Alphabet of Conflicts); einer Veranstaltungsreihe mit dem Titel Saal Lun* der und der Gruppe Streitbauten, die eine mobile Austellungsarchitektur für die Veranstaltungen entwirft und baut.

Caring for Conflict ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Queer Theory (iQt) and DISTRICT Berlin, in Zusammenarbeit mit Alfred-Nobel-Schule (Neukölln), Rückert-Gymnasium (Schöneberg), KontextSchule (stadtübergreifend), Alice Salomon Hochschule (Marzahn-Hellersdorf), Cafe Maggie / Gangway e.V. (Lichtenberg), MÄDEA – Interkulturelles Zentrum für Mädchen und junge Frauen (Mitte / Wedding), Fresh 30 (Schöneberg), i-Päd – intersektionale Pädagogik (stadtübergreifend) und Hella Mädchenclub (Marzahn-Hellersdorf).

Beiteiligte: Qwigo L. Baldwin, Leah Bretz, María do Mar Castro Varela, Aïcha Diallo, Antke Engel, Janine Halka, Naomi Rincon Gallardo, Ed Greve, Suza Husse, Anika Lachnitt, Mindj Panther / Sandra & Simonida Selimovic, Andrea Caroline Keppler, Lorenzo Sandoval, Eva Storms, Ferdiansyah Thajib, Tali Tiller und anderen.

Gefördert durch Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

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